Das Schlauchlining-Verfahren

Die Berolina-Liner bestehen aus harzgetränkten Glasfaser- und/oder Polyesterbahnen zwischen zwei wasser- und styroldichten Folienschläuchen. Sie werden verlegefertig zum Einsatzort geliefert, sind aber auch mehrere Monate lagerfähig.

Nach einer gründlichen Reinigung wird mittels einer Winde zunächst die Gleitfolie und dann der konfektionierte Berolina-Liner in das zu sanierende Rohr eingezogen. Dieses Verfahren wird auch als „Einzugsverfahren“ oder „winched in place (WIP)“ bezeichnet. Die beiden Enden werden mit Packern verschlossen, der Schlauch mit ca. 0,5 bar Druckluft „aufgeblasen” und an die Rohrwand gepresst. Dabei verhindert die Außenfolie des Berolina-Liners eine Kontamination von Erdreich und Grundwasser sowie das Eindringen von Harz in die Zuläufe.

Der Berolina-Liner passt sich nun allen Veränderungen im Querschnitt und im Profil formschlüssig an. Nach vollständiger Ausdehnung des Berolina-Liners wird eine spezielle UV-Lichtquelle durch einen Packer in den Liner eingezogen. Druckluft als Medium bietet unter anderem den Vorteil, dass der noch nicht ausgehärtete Berolina-Liner während des Einziehens der Lichtquelle mit Hilfe einer Spezialkamera kontrolliert werden kann. Anschließend wird die Lichtquelle gezündet und mit einer definierten Geschwindigkeit durch den Berolina-Liner gezogen und durch das UV-Licht härtet das harzgetränkte Gewebe aus; danach wird die innere Schutzfolie entfernt. Bei abgedichteten Schlauchenden verläuft die Aushärtung emissionsfrei. So entsteht umweltgerecht und innerhalb kürzester Zeit eine neues Rohr im Altrohr, eine stabile Innenauskleidung für alle gängigen Rohrmaterialien inklusive gemauerter Kanäle. Der geringe Querschnittsverlust wird durch die glatte und abrasionsfeste Innenoberfläche des Berolina-Liners funktional weitgehend ausgeglichen. Die Aushärtegeschwindigkeiten variieren je nach Durchmesser und Wanddicke des Berolina-Liners. Es ist möglich bis zu vier Linerabschnitte an einem Tag mit einer Kolonne auszuhärten.

Zuläufe sind nach der Aushärtung leicht auffindbar, denn sie zeichnen sich im Berolina-Liner aufgrund seiner hohen Dehneigenschaften optisch sehr gut ab. Sie werden nach marktüblichen Verfahren wieder aufgefräst.

Die Berolina-Liner werden „endlos” gefertigt und können auch über längere Strecken „am Stück” verlegt werden.

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